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Verbesserung durch
Vergrößerung des Genpools
Wie an anderen
Stellen dieser HP bereits angesprochen, ist die Erweiterung des Genpools die wichtigste
Voraussetzung zur Verbesserung der Lebensqualität und der Gesundheit einer
Rasse. Es ist notwendig, eine große Population und damit einen ausreichend
großen Genpool zu erreichen.
Dazu müssen
Engzuchtmaßnahmen (Inzucht und Linienzucht) sowie häufige Deckeinsätze von
einzelnen Rüden möglichst
vermieden und Inzestzucht gänzlich unterlassen werden.
Folglich soll
die Verpaarung von Hunden aus weit entfernten Linien forciert werden.
Selektionen auf einzelne Aussehensmerkmale, die nicht relevant für Gesundheit
und Lebensqualität sind, sollen unterbleiben. Dazu gehört auf jeden Fall auch,
dass Farbschläge, die früher anerkannt waren, dann aber gemäß Standard
ausgesondert worden sind, wieder in vollem Maße akzeptiert werden.
Leider sind Deckakte zwischen Hunden einer Rasse, aber verschiedener Vereine
nicht immer erlaubt. Verpaarungen über Vereinsgrenzen hinaus sollen
möglich sein.
An dieser Stelle möchten wir auf den
Buchauszug von Dr. Hellmuth Wachtel über den 'Biohund'
verweisen, den man in der Hundezeitung.de nachlesen kann.
Bei einer Rasse mit vielen gesundheitlichen Problemen und frappierenden
Übertypisierungen wie dem Mops sind auch Auszuchtmaßnahmen auf eine passende
Fremdrasse eine sehr gute Möglichkeit, den Genpool schnell zu erweitern.
Immerhin: Früher, bevor die Zuchtvereine die Zuchtbücher geschlossen haben,
waren Auszuchtmaßnahmen auf eine fremde Rasse in Verbindung mit
Verdrängungsrückzucht auf die Ursprungsrasse gang und gäbe.
Jedes Einzelwesen, das Leid ertragen muss, ist eines zuviel. Wenn nun viele
Einzelwesen einer Rasse an rassetypischen Merkmalen zu leiden haben, ist eine
Verbesserung schnell und zuverlässig nötig. Gerade bei Hunden aus Rassen, die
mit Atemproblemen zu kämpfen haben (genug Atem/Sauerstoff ist existentiell,
große Atemnot bedeutet Todesangst) sollte eine Verbesserung der Situation mit
schnell und zuverlässig Erfolg versprechenden Maßnahmen herbei geführt werden.
Wollte man sich hier auf Selektionsmaßnahmen nach
Aussehens- und Gesundheitskriterien sowie zur einigermaßenen Erhaltung der
Genvielfalt beschränken, muss man die Verantwortung für die Hunde, die auf
diesem Weg aber dennoch mit den Leid hervorbringenden Merkmalen leben müssen,
auf sich nehmen.
Weiter ist zu bedenken, was dieses weitere strenge
Selektieren auf bestimmte Aussehensmerkmale der Rasse an nachteiligem Verlust an
Genvielfalt bringt. Genverlust geht einher mit vermehrtem Auftreten von Erbkrankheiten, mit
Fitnessverlust, mit Verlust von Instinktsicherheit. Letztendlich könnte das zum
'Tod' einer Rasse führen.
Warum also nicht auf Auszuchtmaßnahmen
auch auf eine fremde Rasse zurückgreifen?
Es wäre doch nicht schlimm, wenn die Hunde einer Rasse
nicht mehr so einheitlich aussehen würden. Betrachtet man sich Bilder aus
früheren Zeiten, dann sieht man unter einzelnen Hunden einer Rasse deutlich
wahrnehmbare Unterschiede. Durch die Rückzucht auf die ursprüngliche Rasse
werden sich die Aussehensunterschiede wieder relativieren. Der Vorteil des durch Auszuchtmaßnahmen geboosteten Genpools bleibt aber erhalten. Neben dem Wegfall von Leid durch extreme Aussehensmerkmale
bedeutet die Vergrößerung des Genpools auch, dass Erbkrankheiten weniger häufig
zum Vorschein kommen und dass die Hunde an Fitness und Instinktsicherheit
gewinnen.
Beim Wesen der Hunderasse wird sich ebenfalls das der
Rasse, auf die zurückgezüchtet wird, durchsetzen. Dass alle Hunde einer Rasse
genau ein und dasselbe Wesen haben, ist auch bei Reinrassezucht nicht gegeben.
Hinsichtlich des Wesens hängt viel von den Elterntieren, von der Aufzucht beim
Züchter und der Haltung und Erziehung beim Besitzer ab.
Wie liebenswert Möpse mit Fremdanteil in ihrem Wesen und Aussehen sind, ist
durch die Rassmos und Retro-Möpse, die vielen Familien Freude bereiten, bereits
eindrucksvoll bewiesen.
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